Geboren am 4. 1. 1953 in Tulln als erstes Kind des Gast- und Landwirtes Anton Müllner (Jg. 1921) aus Moosbierbaum und der Bauerntochter Marianne Resch (Jg. 1926) aus Asperhofen. Eine Schwester Annemarie (Jg. 1954).
Ab Herbst 1959 Besuch der Volksschule in Heiligeneich, danach sollte ich auf Vorschlag von Direktor Heneis in das Gymnasium nach Tulln wechseln. Meine Eltern brauchten einen Betriebsnachfolger, daher musste ich ab 1963 die Hauptschule Heiligeneich besuchen.
Im März 1965 platzte der Traum eines eventuellen Studiums endgültig – mein Vater verstarb an einem Dickdarmgeschwür. Nun musste ich immer mehr in die damals schwere Arbeit in der Landwirtschaft hineinwachsen und begann 1968 mit Fortbildungs- und Landwirtschaftlicher Fachschule in Tulln diese Ausbildung, die ich mit dem Landwirtschaftlichen Facharbeiterbrief abschloss.
1971 wurde ich als 18jähriger für großjährig erklärt (damals war 21 Jahre die Regel). Ich begann mich nach dem Tod meines Großvaters auch immer mehr für das Gasthaus zu interessieren. Weil wir ein typisches Arbeiterwirtshaus führten, lernte ich schon früh die Probleme und Sorgen der Eisenbahner und Fabrikarbeiter kennen.
Das Streben nach Wissen ließ mich aber auch nicht los, ich verschlang Bücher über Mathematik, Physik, Chemie, Biologie u. v. m.
Im Jahre 1982 gab ich die Rindermast auf, der Betrieb wurde viehlos. Stattdessen konzentrierte ich mich auf das Gasthaus, ich baute Übernachtungszimmer.
1984 machte ich die Konzessionsprüfung für das Gastgewerbe. Danach konnte ich nach meiner Mutter das Lokal übernehmen.
Das Jahr 1999 war eine Zäsur für mich:
Zusammen mit Alfred Fröhlich, Rudolf Reither und etlichen anderen Gleichgesinnten gründeten wir die „Moosbierbaumer Heimatkundliche Runde“, die zum mitgliederstärksten Verein in unserer Gemeinde wurde;
Ich verpachtete meine Äcker an den Sohn meines Cousins Anton Resch aus Eggendorf, Reinhard Resch und gab meine Landwirtschaft auf;
stattdessen begann ich meine Tätigkeit als Haushaltsinterviewer für die Bundesanstalt Statistik Austria (seither rund 8.000 Interviews im Zentralraum von NÖ. durchgeführt);
und schließlich lernte ich über das gemeinsame Interesse an russischen Autoren meine spätere Partnerin Claudia aus Klagenfurt kennen. Sie unterrichtete als Magister für Mathematik und Russisch an einem Gymnasium.
Nach dem Schließen des Postamtes 3452 Atzenbrugg übernahm ich dessen Agenden bis zu meiner Pensionierung 2016. Auch diesen Job machte ich gerne und mit Freude, genauso wie jenen als Interviewer, den ich heute noch mache!
Ich bin nach wie vor Obmann des Jagdausschusses Atzenbrugg I und des Schachklubs Moosbierbaum, bin der Schreiberling der Heimatkunderunde (Dorfblatt und Heimatkalender), gern gefragter Teilnehmer an diversen Pub-Quizzens, gestalte das Bib-Quiz in der Heiligeneicher Bibliothek und werde auch immer wieder wegen Rätselrallyes gefragt. Ich mag Verschlüsseltes (Kreuzworträtsel, Schriften), was mich dazu brachte, aus alten Matriken schon acht Stammbäume mit jeweils mehr als 1.000 Personen zu machen.
Ein großes Hobby von mir ist das Rad fahren, egal ob Rennrad oder Mountainbike. Da bin ich seit 1980 unterwegs – kein Jahr unter 5.000 km!
Große Sorgen mache ich mir um die Zukunft. Die Ausuferung des Verkehrs und die immer mehr um sich greifenden Asphalt- und Betonwüsten lassen Böses für die kommenden Generationen erahnen…
Moosbierbaum, am 2. Sept. 2024
